Es war im August 1973 an Bord der „Seute Deern“: „Melde mich an Bord, komme von der Marinekameradschaft München und habe diese Reise gewonnen“. So fing es an.

Da wir damals nicht unterschieden haben, ob jemand ein Seemann war oder nicht, wurde Eberhard unter Kapitän Hans Engel zur Null-Vier Wache eingeteilt. Im Laufe der Reise haben wir uns viel unterhalten und es entwickelte sich eine Freundschaft, die bis zu seinem Lebensende bestand.

Eberhard berichtete an Bord davon, dass er Steuerberater und Wirtschaftsprüfer sei. Der Winter kam und wir bei CLIPPER mussten unsere erste Bilanz erstellen. Ein Anruf in München und eine Reise dorthin war der Schlüssel dazu, dass Eberhard viele Jahre sein Testat unter unsere CLIPPER-Bilanzen gesetzt hat. Später, als die Stiftung für Ausbildungsschiffe Pamir und Passat zur Clipper Stiftung umgebaut wurde, war er als Wirtschaftsprüfer auch dafür zuständig. Das Finanzamt Hannover hatte nach einer Prüfung bemängelt, dass CLIPPER kein gemeinnütziger Verein sei. Nach fast zehn Jahren Auseinandersetzung ist es Eberhard gelungen, das Gegenteil nachzuweisen und mit kleinen Satzungsänderungen haben wir dann die Gemeinnützigkeit erhalten können.

In den 45 Jahren seiner Mitgliedschaft bei Clipper hat er viele Reisen an Bord der Seute Deern mit mir zusammen gemacht. Seine Tochter, sein Enkelsohn, sein Schwiegersohn und viele Freunde von Eberhard sind an Bord der Seute Deern mitgefahren.

Nach der Wiedervereinigung 1989 hat Eberhard das kleine Gut seiner Eltern in Mecklenburg-Vorpommern von der Treuhand zurückgekauft. Mit viel Herzblut hat er sich daran gemacht, es wieder herzurichten. Das hat er geschafft und er war sehr stolz darauf. Seinen Wunsch, eine kleine Kapelle auf diesem Gut zu errichten, konnte er sich nicht mehr erfüllen.

Eberhard, du hast CLIPPER sehr gedient. Wir bedanken uns und verabschieden Dich mit 8 Glasen zu Wachende.

Eberhard starb am 15.02.2018 im Alter von fast 84 Jahren.

Axel Burmeister