In diesem Jahr überwinterten mit der Amphitrite, der Albatros und der Seute Deern gleich drei Clipper-Schiffe auf der Ring-Andersen-Schiffswerft in Svendborg. Die Johann Smidt lag parallel in Rostock, wo sie eine neue Maschine bekam. Dank zahlreicher helfender Hände konnte auch in diesem Jahr dafür gesorgt werden, während der vergangenen Saison festgestellte technische Mängel abzustellen und notwendige Schönheitsreparaturen durchzuführen. Schließlich müssen rechtzeitig zum Saisonbeginn alle Schiffe wieder einsatzbereit sein. Und das scheint wohl auch zu klappen.

Albatros

Die Albatros in der Werft in Svendborg
Diesen Winter wurden Schonermast und -stenge gezogen und gründlich überarbeitet. Alle Holzteile sind geschliffen und neu lackiert, die Stahlteile abgebaut, verzinkt und konserviert. Nach Ausbesserungen an der Saling wurde der Mast wieder zusammengebaut und gesetzt. Dazu kam die Erneuerung des Fockstags.

Zu den Holzarbeiten gehörte das Anschleifen und Lackieren des Skylights über dem Messegang und den Toiletten sowie aller beweglichen und festen Bodenbretter. Die Deckel der Backskisten wurden demontiert, angeschliffen, lackiert und wieder montiert. Dasselbe passierte in der Werfthalle mit Bäume, Gaffeln und Rahen.

Auch bei der Albatros wurden die Ankerketten inspiziert, markiert und in den gereinigten sowie geölten Kettenkasten gestaut. Großsegel, Flieger und Außenklüver waren zur Reparatur beim Segelmacher. Vom Rumpf außenbords wurden Farbreste entfernt, die Flächen anschließend grundiert und lackiert. Neuen Lack erhielten auch die Aufbauten, Schandeckel, Baumlager und Niedergänge.

Der Zylinderdeckel der Hauptmaschine wurde abgebaut, geprüft und gereinigt, Kolben und Kolbenringe sowie Laufbuchsen besichtigt und alles wieder zusammengebaut. Neben den üblichen Wartungsarbeiten erhielt der Dieselgenerator einen neuen Kabelbaum. Ebenso wurde die Entölerpumpe komplett überholt und mit einem separaten Austritt versehen. Im Rahmen umfangreicher Rohrleitungs-Einbaumaßnahmen im Trinkwasser- und Lenzsystem erhielten das Vorschiff und die 2-Mann-Kammern eine neue Warmwasserversorgung.

Darüber hinaus wurden die Heizungsanlage, sämtliche Pumpen und Kompressoren, die Toiletten sowie alle elektrischen Geräte in der Kombüse inspiziert, gereinigt und gewartet. Und schließlich erhielt die Albatros ein neues Navtex (Empfänger für textbasierte maritime Sicherheits-Informationen).

Du hast Lust, die Albatros in Svendborg fit für den Sommer zu machen? 
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Amphitrite

Bäume und Gaffeln der Amphi in der Werfthalle
Bäume und Gaffeln der Amphi in der Werfthalle
Die Großbaustellen waren dieses Jahr der Großmast und -stenge sowie die Schonerstenge. Beide wurden im Herbst gezogen und gründlich überarbeitet vor Ostern wieder eingesetzt. Dabei mussten die betreffenden Stagen, Pardunen und Wanten abgebaut werden. Vor dem Anbau wurden diese ebenfalls überholt und ausgebessert. Alle Gaffeln und Bäume wurden gepflegt und neu lackiert, die Besangaffel wird bis zum Saisonstart noch neu aufgebaut. Im Mai folgt noch ein „Labsal-Wochenende“ und dann ist das Rigg wieder fit für die neue Saison.

Die Relings-Beplankung wird seit fünf Jahren Stück für Stück überarbeitet oder ausgetauscht. Dieses Jahr nun wurde der letzte Abschnitt erledigt. Mit der Beplankung wurden auch jedes Mal die Relingsstützen kontrolliert und wo notwendig überarbeitet oder ausgetauscht.

Im Dock wurden die Routinearbeiten durchgeführt (Unterwasserschiff, Seeventile, Wellen und Schrauben und Ruderanlage). Auch Anker und Ankerkette wurden aus dem Kasten geholt, geprüft und neu markiert.

Die beweglichen Deckselemente sind fast alle einmal durchlackiert. Die Aufbauten werden bis zur Saison auch noch liebevoll mit mehreren Schichten Lack versehen. Außerdem wurde die Steuerbord-Toilette komplett renoviert.

Im Maschinenraum wurden alle Maschinen inkl. Hilfsdiesel gewartet sowie einige Pumpen generalüberholt. Außerdem wurden Arbeiten am Kühlwassersystem und der Elektroverteilung vorgenommen.

Insgesamt ca. 40 Winterarbeiterinnen und Winterarbeiter über einem Dutzend Wochenenden sowie zwei Arbeitswochen tolle Arbeit geleistet. Seit Ostern liegt die Amphi in Harburg, wo nun bei hoffentlich wärmeren Temperaturen die Außenarbeiten stattfinden können.

In den nächsten Wochen etwas Zeit, um in Hamburg mit Hand anzulegen?
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Johann Smidt

Die Johnny hat diesen Winter eine neue Maschine erhalten.
Vom Oktober 2017 bis Mitte März 2018 lag die Johann Smidt in Rostock Bramow bei der "Warnow-Werkstatt Paap + Sohn", um dort eine neue Hauptmaschine zu erhalten. Die Wahl fiel auf eine ähnliche Maschine, wie sie auch in der Seute Deern zum Einsatz kommt: Eine Volvo Penta vom Typ D13 MH. Der Sechszylinder-Motor hat einen Hubraum von ca. 13 Litern und liefert 368 kW (500 PS) bei 1.800 Umdrehungen pro Minute.

Die Einbauzeit war ursprünglich wesentlich kürzer geplant, leider haben jedoch Zulieferfirmen die Fertigstellung verzögert - zum Beispiel wurde die Wellenbremse erst mit sehr viel Verspätung geliefert. Die Zeit in Rostock wurde dennoch von den ehrenamtlichen CLIPPER-Winterarbeitern genutzt, um im Maschinenraum Arbeiten zu erledigen - nach dem Ausbau der alten Maschine war ja ungewohnt viel Platz. Zum Schluss war die Johann Smidt dann auf der Warnow eingefroren, so dass sich Testfahrten und Überführung nach Hamburg noch weiter verzögert haben.

Die Heimreise von Rostock nach Missi war stürmisch und mit Hindernissen. Da in Kiel für den Nord-Ostsee-Kanal im Moment nur eine Schleuse zur Verfügung steht und es damit dort zu langen Wartezeiten kommt, wurde die Nacht von Donnerstag auf Freitag auf Flüggesand geankert. Freitag Vormittag ging es dann zum Kanal. Nach einer langen Wartezeit konnte die Johann Smidt erst gegen 17:00 in die Schleuse einfahren, so dass Rendsburg erst am Abend erreicht wurde. Im Kreishafen von Rendsburg wurde für die Nacht festgemacht. Nun bahnte sich die nächste Verzögerung an: Durch einen schweren Schneesturm am Samstag war eine Weiterfahrt nicht möglich, erst Sonntag früh ging es weiter auf die Reise. Durch den Kanal und mit der Tide elbaufwärts ging es dann zügig, so dass die Johnny um 17:00 in Harburg festgemacht hat. 

Durch den Umbau konnte an Deck in Rostock sehr wenig gemacht werden. Es sind also noch genügend Arbeiten an Deck und Rigg zu verrichten, bevor die Johnny Mitte Mai in die Saison startet. Helfende Hände sind also herzlich willkommen!

Für den Endspurt in Hamburg wird jede freie Hand gebraucht! Bist Du dabei?
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Seute Deern

Der gezogene Besanmast an der Pier in Svendborg
Im Mittelpunkt der Arbeiten in Svendborg stand die Überarbeitung des Besanmastes. Dieser sowie die zugehörige Stenge wurden im alten Jahr gezogen, anschließend überarbeitet und frisch lackiert wieder eingelassen.*

In der Helling wurden die obligatorischen Kalfaterarbeiten durchgeführt sowie ein neuer Unterbodenanstrich aufgetragen.

Hinzu kamen die Routinearbeiten an Holzteilen und Blöcken, die noch in den großzügigen Werfthallen von Ring Andersen durchgeführt worden sind. Auch die obligatorische Draht- und Metallpflege wurde noch in Dänemark durchgeführt.

Anfang Februar wurde die Seute Deern nach Harburg verholt, wo die restlichen Winterarbeiten durchgeführt werden.

Du möchtest Deine Zeit sinnvoll einbringen und in Hamburg an der Seute mitarbeiten?
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* Korrigierte Fassung: Der Besanmast wurde nicht getauscht, sondern überarbeitet. Der Großmast wurde 2016/2017 getauscht. Er war noch der Original-Mast aus dem Jahr 1939.